Zwei neue Betrugsmaschen bei Ankaufsgesuchen zu Gold, Münzen und Briefmarken unter den Kleinanzeigen in Zeitungen – Ware muss erst geprüft werden und später soll eine Auszahlung erfolgen…
Im September 2026 kam ein Mann zum Tauschabend des Briefmarkenvereins nach Olpe. Öfter kommen Sammler oder auch Erben, um sich rund um die Themen Mitgliedschaft, Sammeln oder Veräußerung zu informieren. Auf die Frage des ersten Vorsitzenden, was wir für ihn tun könnten, antwortete der Mann, dass er sich über den Verbleib seiner Briefmarkensammlung hier informieren möchte, die ein Vereinsmitglied mitgenommen habe. Verdutzt und erstaunt schauten sich die anwesenden Sammler gegenseitig an, denn niemandem kam der Mann bekannt vor. Der Vorsitzende hakte nach, wieso der Verein oder ein Mitglied des Vereins seine Briefmarkensammlung haben solle? Der Mann erläuterte, vor fünf bis sechs Wochen eine Telefonnummer aus einer Kleinanzeige in der Zeitung angerufen zu haben, in der auch Briefmarken gesucht würden. Nach der Terminvereinbarung kam es zum Hausbesuch des Interessenten bei dem Geschädigten. Der Besucher zeigte Interesse an der Sammlung. Diese müsse aber vorher im örtlichen Briefmarkenverein, in dem er Mitglied sei, auf Echtheit geprüft werden und der Wert eingeschätzt werden. Dafür müsse er die Sammlung mitnehmen und im Verein vorlegen. Der Interessent werde sich dann bei dem Mann melden. Dem stimmte der Mann zu. Die anwesenden Mitglieder des Vereins waren verblüfft, welche Maschen sich zwielichtige Personen immer wieder einfallen lassen.
Andere Fälle betreffen wieder einmal die Pelzankäufer, die es eben „nur“ auf Gold abgesehen haben. 25% und mehr über dem Goldpreis ab 30 Unzen werden den Opfern in ganzseitigen Anzeigen oder Beilagen in Zeitungen versprochen. Größere Mengen Gold müssen jedoch erst geprüft werden, heißt es dann vor Ort. Das Gold muss (gegen eine geringe Anzahlung) dort überlassen werden. Der Restbetrag werde nach Prüfung des Goldes überwiesen. Da die Läden nur für wenige Tage bei ständig wechselndem Personal betrieben werden, sollte größte Vorsicht geboten sein. So schnell die Läden aufgemacht werden, sind diese auch wieder verschwunden – mit Ihrem Gold und ohne eine spätere Überweisung des Geldes.
Daher ist es wichtig, meine Tipps für einen Verkauf zu beherzigen. Insbesondere ist wichtig, dass man Wertgegenstände nie aus der Hand zu geben hat, so lange keine vollständige Bezahlung erfolgt ist, und dass die Wertgegenstände von unabhängigen Experten in Ihrem Beisein beurteilt werden. Professionelle Händler können zudem vor Ort die Echtheit und Wert von Briefmarken, Münzen oder Edelmetallen prüfen. Gehen Sie also besser zu jemanden, der über die entsprechende Expertise sowie die notwendige Technik vor Ort verfügt.
Die anwesenden Mitglieder des Vereins waren verblüfft, welche Maschen sich zwielichtige Personen immer wieder einfallen lassen. Auf die Frage, ob hier im Raum jemand wäre, der bei ihm zu Hause war und die Sammlung mitgenommen habe, konnte der Mann nur mit Nein antworten. Der Verein empfahl, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen und sich über das Archiv der Zeitung die Kleinanzeige zukommen zu lassen.

